Bevor ich Coach, Achtsamkeitslehrerin und Unternehmerin wurde, war ich einfach Nathalie – mit meiner ganz eigenen Geschichte, meinen Höhen und Tiefen, meinen Verletzungen und meinem Mut.
Heute begleite ich Menschen als MBSR-Lehrerin (Mindfulness-Based Stress Reduction) und als traumasensible Coachin, inspiriert durch Ansätze wie die Neurosystemische Integration® nach Verena König und durch meine Ausbildung in Somatic Experiencing. Ich unterrichte Achtsamkeit in Kursen, Retreats und Workshops und arbeite mit Einzelpersonen sowie mit Organisationen, die Stressreduktion, Resilienz und gesunde Strukturen in ihren Alltag bringen möchten.
Und gleichzeitig bin ich noch so viel mehr: Mutter von vier Kindern, Ehefrau, Kollegin, Freundin, Hundebesitzerin, Mutmacherin – und ein Mensch, der immer weiter lernt. All diese Rollen sind nur Facetten. Dahinter steht ein Mensch, der Schritt für Schritt gelernt hat, dem Leben mit Mitgefühl, Freude und Liebe zu begegnen. Außerdem bin ich Tochter. Ich musste schon früh lernen, zu funktionieren. Lange Zeit habe ich versucht, Erwartungen zu erfüllen, die nicht meine waren. Irgendwann merkte ich: Der Kontakt zu meinen Eltern tat mir nicht gut. Um zu heilen, benötigte ich Abstand. Es hat Jahre gedauert, mich von alten Prägungen zu lösen. Ich will hier niemandem die Schuld geben für meine Probleme. Nicht meinen Eltern, nicht der Gesellschaft, nicht dem System. Das liegt nicht daran, dass alles gut war – sondern daran, dass ich es nicht besonders hilfreich finde, andere für mein Schicksal oder mein Verhalten verantwortlich zu machen.
Ich übernehme heute die Verantwortung für mich – weil es der einzige Weg ist, frei zu werden. Gleichzeitig glaube ich: Die Menschen, die mir geschadet haben, hatten oft nicht mehr Kontrolle über ihr Verhalten als ich damals über meins.
Sie haben aus ihren eigenen Verletzungen heraus gehandelt. In Anlehnung an Elisabeth Gilbert (All the Way to the River) Eines blieb mir auf diesem Weg immer wichtig: mich nicht der Dunkelheit hinzugeben, sondern dem Licht zu folgen. Wir haben die Wahl. Dieses Streben nach Licht ist bis heute meine leise Kraft. Es ist nie zu spät. Wir alle haben das Recht, glücklich zu sein.
Die meisten Menschen geben ihre Macht auf, indem sie denken, sie hätten keine.
Alice Walker
Lou – ein einschneidendes Erlebnis
Ein Schlüsselmoment auf meinem Weg war Lous Ertrinkungsunfall. Von einer Sekunde auf die andere stand unsere Welt still. Es war ein Ereignis, das uns als Familie noch enger zusammengeschweißt hat – und das mich selbst tiefer zu mir gebracht hat als alles zuvor. Ich konnte damals klar sehen: Ich kann in dieses Loch fallen oder mich aufrappeln. Mein Leben als Ganzes zu sehen – und nicht nur das Leid, das so viel Raum einnahm – hat mir geholfen. Ich bin wichtig. Meine drei anderen Kinder sind wichtig. Meine Ehe ist wichtig. Mein Beruf ist mir wichtig. Doch ich konnte diesen Weg nicht allein gehen. All der alte, in mir gut vergrabene Schmerz tauchte auf, alte Erinnerungen, und ich war so müde. Bis eine Freundin mich darum bat, mir Unterstützung zu suchen: „Du musst da nicht allein durch!“ Ich habe also Traumatherapie gemacht, und dort vieles gesehen und erkannt. Aber mein eigener Prozess begann damals erst. Ich habe viel von meinen Lehrer:innen gelernt. Am meisten hat mich die Erkenntnis berührt, dass mein Körper nicht mein Feind ist. Der Schlüssel liegt darin, zu fühlen, was er mir zeigt – und dem mit Wohlwollen zu begegnen. Heute weiß ich: Nichts, was in mir auftaucht, muss mir Angst machen. All das Schlimme, das einmal war, ist bereits passiert. Es liegt hinter mir. Jetzt bin ich die Gestalterin meines Lebens. Natürlich ist mein Leben nicht perfekt. Auch heute gibt es Unstimmigkeiten, Konflikte, Herausforderungen. Doch ich richte mich immer wieder neu aus – an meinen Werten: an der Freude, an der Liebe, am Mitgefühl und am Vertrauen. Zugegebenermaßen fällt das nicht immer leicht. Aber jeder Schritt auf diesem Weg zeigt mir, dass es der richtige ist.
Es gibt ein Leben vor dem Trauma, es gibt oft ein langes Leben mit den Folgen des Traumas, aber vor allem gibt es ein Leben nach dem Trauma.
Kathie Kleff
Ich glaube zutiefst daran, dass wir alle in unserem Innersten gut sind, dass in jedem Menschen ein unversehrter Kern liegt – vollkommen unverletzt, schön, lebendig. Meine Vision ist es, dich wieder mit diesem Kern zu verbinden. Dich daran zu erinnern, wer du bist – jenseits von alten Mustern, Rollen und Selbstzweifeln. Ich möchte dich in deine Kraft begleiten. Dahin, wo du dich selbst wieder spürst. Dahin, wo du dein Licht nicht länger zurückhältst – sondern es in die Welt strahlen lässt. Für dich. Für uns. Für eine menschlichere Welt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der wir uns selbst mit Mitgefühl begegnen, in der wir unser Nervensystem verstehen und lernen, uns wieder sicher in uns selbst zu fühlen.
Ich weiß, dass Transformation möglich ist, wenn wir bereit sind zu fühlen. Und, dass in der Tiefe – dort, wo es manchmal weh tut – die größten Wunder geschehen. Denn wenn wir uns selbst erkennen, verbinden wir uns auch mit unserer Kraft, unserer Freude und unserer Lebendigkeit.
