Achtsamkeit bedeutet, im gegenwärtigen Moment wach, offen und freundlich präsent zu sein.
Es ist eine Art von Aufmerksamkeit, die unser Gewahrsein stärkt, Klarheit fördert und uns unterstützt, die Realität des Augenblicks so anzunehmen, wie sie ist – ohne zu bewerten oder wegzuschauen.
Achtsamkeit erinnert uns daran, dass unser Leben aus einer ununterbrochenen Folge von Momenten besteht. Sind wir in vielen dieser Momente nicht wirklich da, dann verpassen wir das Wertvolle: die Wärme der Sonne, das Lächeln eines Kindes, einen Klang, der unser Herz berührt. Gleichzeitig übersehen wir auch unsere inneren Möglichkeiten – zu wachsen, zu heilen, uns zu verändern.
Sie ist einfach, und gleichzeitig unglaublich wirksam:
Achtsamkeit hilft uns, wieder in den Fluss des Lebens zu finden, uns zu spüren, uns mit unserer eigenen Weisheit und Vitalität zu verbinden.
Wie Jon Kabat-Zinn es ausdrückt: Achtsamkeit bringt uns in Berührung mit dem, was uns lebendig macht.
Welche Qualitäten nährt Achtsamkeit? – Dein innerer Garten
Achtsamkeit ist wie ein innerer Garten, in dem wir bestimmte Qualitäten kultivieren können:
- Freundlichkeit
- Neugier
- Humor
- Dankbarkeit
- Großzügigkeit
- Akzeptanz
- Geduld
- Nichturteilen
- Vertrauen
- Anfängergeist
Diese Haltungen helfen uns, uns auszurichten – und sie begleiten uns von Moment zu Moment. Sie sind keine strengen Regeln, sondern Einladungen, die uns sanft zurück zu uns selbst führen.
Welche Qualitäten möchtest du in deinem inneren Garten pflegen?
Welche Blumen, Sträucher und Bäume dürfen wachsen?
Und was ist MBSR?
MBSR steht für Mindfulness Based Stress Reduction. Das Programm wurde vor über 40 Jahren vom Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn an der Universitätsklinik von Massachusetts entwickelt. Seine ersten Teilnehmer waren Menschen mit schweren, chronischen Erkrankungen, die vom Gesundheitssystem oft keine ausreichende Unterstützung mehr erhielten. Kabat-Zinn erkannte, dass nicht nur die Erkrankung Leid verursacht, sondern auch der Stress und der Umgang mit dem Leid. Daraufhin entwickelte er ein Programm, das Menschen dabei helfen sollte, ihren Stress zu reduzieren und einen neuen Umgang mit ihren Beschwerden zu finden. Heute ist MBSR weltweit anerkannt – im Gesundheitswesen, in sozialen und pädagogischen Einrichtungen, in Unternehmen und im privaten Bereich. Die Wirksamkeit wurde durch zahlreiche Studien belegt.
Was erwartet dich im MBSR-Kurs?
In aufeinander aufbauenden Einheiten lernst du:
-
Körper- und Atemwahrnehmung
-
sanftes Yoga, basierend auf Hatha-Yoga
-
Hintergrundwissen zu Stressentstehung und Stressmustern
-
Wege, mit Herausforderungen und starken Emotionen umzugehen
-
Grundlagen von gesunder Kommunikation und Selbstfürsorge
Ein wichtiger Teil ist der Austausch in der Gruppe. Die Erfahrungen der Teilnehmenden dienen als Basis für Reflexionen und vertiefende Erläuterungen. Ebenso wichtig ist die tägliche Übungspraxis – sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses.
Wichtig zu wissen: MBSR ist kein Wellness-Programm. Entspannung kann auftreten, ist aber nicht das Ziel.
MBSR ist auch keine Psychotherapie und ersetzt sie nicht. Es kann jedoch eine hilfreiche Ergänzung sein – idealerweise in Absprache mit behandelnden Fachpersonen.